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Urmann + Collegen Abmahnung


12. Mai 2014 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein


Abmahnungen mit Unterwerfungserklärung von der Kanzlei Urmann + Collegen gekriegt und mögen 250 Euro an das schweizerische Unternehmen The Archive zahlen.
Auf dem Internet-Portal für Pornografie RedTube soll mittels Anschauen von den Filmen „Glamour Show Girls“, „Amanda’s Secrets“, „Dream Trip“ gegen das Recht auf den Schutz geistigen Eigentums verstoßen worden sein. Die Abmahnungen wurden realisiert durch ein Übereinkommen des Landgericht Köln, das T-Online keine andere Wahl ließ, als die Daten der Kunden von mehreren tausend verantwortlichen RedTube-Nutzern zu verraten.

Es lässt sich darüber streiten, ob das Anschauen eines eines Films mit pornografischen Elementen auf der Porno-Seiteüberhaupt gegen das Gesetz verstößt. Die Abmahnung ist ausschließlich zu dem Zeitpunkt rechtmäßig, sobald der Porno-Konsument den Film auf das Festplattenlaufwerk abspeichert und dadurch kopiert. Beim Streaming werden die einzelnen Sequenzen des Films nur für kurze Zeit im Cache gespeichert. Nach dem zeitpunkt, dass die gespeicherte Szene angezeigt wurde, wird der Cache gelöscht und überarbeitet. Dass dies schon gegen Urheberrecht verstößt, wurde zumindest vor dem Landgericht bisher noch nicht bestimmt.

Verfahren der IP-Ermittlung bleibt weiterhin rätselhaft
Nicht bekannt ist bis heute, auf welche Weise Thomas Urmann und Collegen (U+C) an die IP-Adressen der Stream-Gucker gelangten. Technisch ist dieses z. B. mittels des Registrierens der Adressen durch den Betreiber der pornografischen Internetseite denkbar. Jener hat seinen Standort aber in den Vereinigten Staaten und wohl geringes Interesse an einer Ermittlung seiner User.

Fraglich bleibt unter anderem, in wie weit Richter Serviceprovider zwingen durften
Aufgrund eines Irrtums des Landgericht Köln konnte die Anwaltskanzlei Urmann und Collegen nun ungeachtet tausende Porno-Mahnungen versenden.
Die U+C Rechtsanwälte organisierten sich die IP-Adressen, die die bedenklichen Videos auf der Pornoseite angeklickt haben und legten selbige dem LG Köln mit einem Auskunftsersuchen vor. Ein Richter des Landgericht Köln erließ folglich einen Gerichtsbeschluss, der die T-Online zwingt, die Adressen der RedTube User offenzulegen. Der Richter dachte allderdings es handelt sich bei RedTube um eine Tauschbörse, bei welcher Benutzer Dateien aufzeichnen und selbst zum Download zur Verfügung stellen. Durch RedTube können die Videos allerdings  im Netz angeklickt werden. Angesichts dieser Achtlosigkeit gelangen Urman und Collegen an tausende Angaben von Deutsche Telekom-Nutzern um ihre Abmahnungen abschicken zu können. Die Methode, dass die Anwälte möglicherweise nicht dem Recht entsprechend zu den Adressen der RedTube-User herangekommen sind, schädigt den Abmahnungen aber kein bisschen. Auf welche Weise auch immer  die Angaben erfahren wurden, diese dürfen trotzdem benutzt werden.

Zusätzliche Mahnungen stehen in Aussicht
Gemäß Aussage des Anwalts Urmann ist man voller Zuversicht, dass in in naher Zukunft weitere Mahnungen verschickt werden könnten. „Wir werden für unseren Mandanten weiterhin das Streaming seiner Werke abmahnen (…)“, so Urmann, welcher den Betreiber von des Streaminportals bei den Abmahnungen vertritt.

Informationen über das Gerichtsverfahren zur Recherche der IPs verlor Thomas Urmann in einem Interview mit dem Spiegel keine Silbe.
Es könnte hilfreich sein, der Abmahnung der Kanzlei zu widersprechen oder sie zu verklagen.
Die vermeintlichen Besucher von RedTube besitzen mittlerweile wenigstens die Chance, Beschwerde gegen die Auskunftsbeschlüsse des LG Köln einzureichen. Mit mehreren zehntausend Klagen wird das Gericht dann vermutlich längere Zeit beschäftigt sein.

 

http://www.kanzlei-wrase.de/gegnerliste/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/